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Der Erbauer: Ernst von Bandel

Der Erbauer des Hermannsdenkmals

Ernst von Bandel wurde am 17. Mai 1800 im bayerischen Ansbach geboren. Seine Schulzeit verlebte er in Ansbach und Nürnberg. Mit 16 begannen seine „Lehrjahre“ in München auf der „Bauschule der Akademie“ . Zwei Jahre später mußte Bandel bereits seinen Lebensunterhalt und die Mittel für sein weiteres Studium selbst verdienen. In dieser Zeit entstanden erste Zeichnungen für ein Hermannsdenkmal oder eine „Arminiussäule“ , wie Bandel selbst es stets bezeichnete. 1822/23 arbeitete er am „schönen Brunnen“ in Nürnberg. Danach ging er nach München. Von 1825 bis 1827 zog es den jungen Bildhauer zum Studium nach Italien. Nach seiner Rückkehr heiratete er Karoline von Kohlhagen. Wie aus Bandels Lebenserinnerungen hervorgeht, bestärkte diese ihn stets in seinem Engagement für das Hermannsdenkmal.

Selbstbildnis Ernst von Bandels aus dem Jahr 1822.

Portätzeichnung aus dem Bestand der Lippischen Landesbibliothek

Von dem nun einmal gefassten Vorhaben, dem Cheruskerfürsten ein Denkmal zu bauen, war Bandel nicht mehr abzubringen. 1834 erfolgte seine Übersiedlung nach Hannover und von 1837 bis 1846 lebte und arbeitete er, begleitet von seiner Familie, in Detmold.

In dieser Zeit stellte er den Unterbau für das Denkmal fertig, für den 1841 die Grundsteinlegung erfolgte. Nach Fertigstellung des Denkmalsockels geriet der Bau ins Stocken.

Querelen mit dem Förderverein führten dazu, dass Bandel sich nach Hannover zurückzog. Obwohl er auf jeglichen Lohn für seine Arbeiten verzichtet hatte, fehlten die finanziellen Mittel für den Weiterbau. Die Werkstätten auf der Grotenburg verfielen. Die Kupferplatten für die Hermannsfigur, von denen einzelne bereits gestohlen worden waren, wurden nach Detmold transportiert. Unermüdlich arbeitete Bandel ab 1862 in Hannover weiter.

Mit Unterstützung seines Sohnes Roderich, der ebenfalls Architekt war, entwickelte er die Konstruktion des inneren Eisengerüstes – ein äußerst schwieriges technisches Problem, mussten doch die Kupferplatten der mächtigen Figur später von innen her zusammengehalten werden. Verschiedene Modelle des inneren Eisengerüstes wurden in dieser Zeit angefertigt. Eines davon steht heute im Lippischen Landesmuseum in Detmold, ein weiteres in der Bandelhütte.

Endlich, 1870, wurden die Vorarbeiten auf der Grotenburg wieder aufgenommen. Bandel kehrte 1871 an die Baustelle im Teutoburger Wald zurück und schuf Zug um Zug die technischen Voraussetzungen für die Montage der Figur auf dem Sockel. Zeitraubende Verhandlungen mit verschiedenen Stahlfirmen über die Konstruktion des Eisengerüstes verzögerten die Arbeiten. Die unten abgebildete Skulptur, die in der Bandelhütte ausgestellt ist, zeigt den inzwischen 70-jährigen Bildhauer neben der Schwerthand. Endlich konnte er sein Lebenswerk vollenden. Die Fertigstellung des Denkmals bis zum Sommer 1875 kostete ihn jedoch seine letzten Kräfte.

Skulptur von Bandel, ausgestellt in der Bandelhütte

Er wohnte in den letzten Jahren der Bauarbeiten ständig auf „seinem Berge“, in einem einfachen Blockhaus, der „Bandelhütte“. Halb erblindet und von rheumatischen Beschwerden gezeichnet, erlebte er am 16. August die Einweihung. Die Ordensverleihung durch Wilhelm I., Kaiser der 1871 im Spiegelsaal von Versailles gegründeten deutschen Nation, war eine späte Würdigung seiner Verdienste. Die nachhaltige Anerkennung seines Lebenswerkes blieb ihm jedoch versagt. Er starb ein Jahr nach der Denkmalenthüllung am 25. September 1876.

In der Bandel-Sammlung der Lippischen Landesbibliothek befinden sich Materialien, die sich mit Ernst von Bandel und dem Hermannsdenkmal befassen. Dazu zählt Bandels umfangreiche Korrespondenz mit den verschiedensten Zeitgenossen, sein Skizzenheft, Manuskripte, Bandel-Bildnisse, Darstellungen des Hermannsdenkmals und vieles andere mehr.

Den Schöpfer des Hermannsdenkmals Ernst von Bandel können Sie im Lippischen Landesmuseum Detmold kennenlernen.  In der Ausstellung Mythos Varuschlacht begegnet Ihnen von Bandel als Architekt, Bildhauer und Maler. Seine Skizzen, Baupläne, zahlreiche Bildnisse und ein Modell  des inneren Eisengerüstes des Hermannsdenkmals veranschaulichen das Leben eines ebenso begabten wie vielseitigen Künstlers.

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